Freitag, 17. September, 2021

Nie wieder!

Von Detlef Prinz

Der 22. Juni 1941 ist bis heute ein historisch-politischer Schlüsseltag im Verhältnis von Russland und Deutschland. An diesem Tag, an den sich vor allem Russinnen und Russen erinnern als Beginn ihres Großen Vaterländischen Krieges, überfiel die deutsche Wehrmacht ohne Kriegserklärung auf breiter Front und mit insgesamt 3,3 Millionen Soldaten zwischen Ostsee und Schwarzem Meer die Sowjetunion.

Die unmittelbaren Folgen dieses beispiellosen Vernichtungskrieges von Nazi-Deutschland gegenüber Russland waren monströs und bis dahin fast nicht vorstellbar. Fast 10 Millionen russische Soldaten und mehr als 14 Millionen russische Zivilisten verloren in diesem Krieg, der sich nach dem deutschen Überfall vor 80 Jahren zum Zweiten Weltkrieg auswuchs, ihr Leben. Dass sich – fast mythisch überhöht – dieser Krieg in das kollektive russische Gedächtnis als …

Ohne 1937 kein 1941

Ohne 1937 kein 1941
Von Leonid Mletschin

Was Hitler vor dem Angriff über die UdSSR dachte und welche katastrophalen Fehler er beging

Zum Sommer 1941 hatte Nazi-Deutschland keinen gefährlichen Gegner mehr in Europa. Die Briten verteidigten sich zwar tapfer auf ihrer Insel, aber sie hatten keine Bodentruppen, …

Stalins Clausewitzsche Strategie

Von Claudia Weber

Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs: Überlegungen zum deutschen Überfall auf die Sowjetunion.

In den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 überfiel Hitlers Wehrmacht die Sowjetunion. Eine dreieinhalb Millionen Mann starke Streitmacht marschierte, aufgeteilt in die drei Heeresgruppen Nord, Mitte und Süd, …

Schwieriges Verständnis

Von Pavel Aprelev

Erstes Präsenztreffen des Vorstands des Petersburger Dialogs seit Beginn der Pandemie

Im vergangenen Jahr hatten das Gesprächsforum „Petersburger Dialog“ und seine Arbeitsgruppen ihre Kontakte ins Internet verlegt, wo Konferenzen, persönliche Treffen und Beratungen stattfanden sowie die neuen Ausgaben der Zeitung

Respektvoll sich gegenseitig die Wahrheit sagen

Von Anastasya Manuilova

Von Angesicht zu Angesicht: „Potsdamer Begegnungen“ in angespannter Atmosphäre

Obwohl Berlin immer noch für Ausländer gesperrt war, fanden die deutsch-russischen „Potsdamer Begegnungen“ zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder als Präsenzveranstaltung statt. Doch für die Spannung bei diesen „Begegnungen“ war …

Von Moskau nach Ost-Berlin

Von Fritz Pleitgen

Aus meinem Leben als Korrespondent in der Sowjetunion und der DDR

Der 22. Dezember 1976 war ein hübscher Wintertag in Moskau. Ein bisschen Schneefall, kein Wind, etwas Sonne, leichter Frost. Schöne Aussichten für Weihnachten! Ich war Korrespondent in der Sowjetunion. …

Wer befreite Auschwitz wirklich?

Von Félix Krawatzek

Eine deutsch-russische Studie offenbart ein unterschiedliches Geschichtsbewusstsein in Russland und Deutschland

Teil der gegenwärtigen politischen Entfremdung zwischen Deutschland und Russland ist auch, dass sich der jeweilige Blick auf die Bruchstellen der konflikthaften Geschichte des 20. Jahrhunderts grundlegend unterscheidet. Wie ein …

Lebendige Erinnerung

Von Yana Rozhdestvenskaya

„Was geschah vor 80 Jahren?“ – über die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Ein Gespräch des Deutsch-Russischen Forums

An der Diskussion am 12. Mai nahmen Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, Oleg Budnitsky, Direktor des Internationalen Zentrums …

Europa in all seiner Vielfalt

Von Zelfira Tregulowa und Walter Smerling

Im alten Flughafen Tempelhof in Berlin wurde unter Schirmherrschaft der Stiftung Petersburger Dialog das Ausstellungsprojekt „Diversity United“ zur Präsentation der modernen Kunst Europas eröffnet

Die europäische bildende Kunst spiegelt die ganze Vielfalt des Projekts Europa wider: die Suche nach Identität, …

„Und es beginnt in meiner Hand, wie damals, aufzutauen“

Von PD

Je mehr Widerstand, desto größer die Spannung: Eine Anthologie der zeitgenössischen russischen Dichtung in deutscher Übersetzung

*Petersburger Dialog*: Tolstoi, Dostojewski, Tschechow. Vermutlich erschöpft sich mit diesen Namen die Kenntnis der russischen Literatur beim durchschnittlichen europäischen Lesepublikum. Weit weniger Menschen kennen

Russlands neuer Ministerpräsident vor einem Gang über ein Minenfeld

Russlands neuer Ministerpräsident vor einem Gang über ein Minenfeld
Von Viktor Loschak

Seinen Namen erfuhren 86 Prozent der von Soziologen befragen Russen erst, als Michail Mischustin zweiter Mann im Staat geworden war. Inzwischen kennen sie sein schönes Lächeln und das willensstarke Gesicht eines Menschen mit Charakter. Aber in der Regierung gibt es …

Der Westen hat in Syrien versagt

Der Westen hat in Syrien versagt
Von Kristin Helberg

Nach fast neun Jahren ist der Konflikt in und um Syrien nicht gelöst, aber entschieden. Gewonnen haben das syrische Regime, Russland, Iran und ein bisschen auch die Türkei. Sie wussten, was sie wollten, waren bereit, alles dafür zu tun und …

Krieg der Erinnerungen

Krieg der Erinnerungen
Von Johann Michael Möller

Es könnte das letzte Mal sein, dass Europa des Kriegsendes vor 75 Jahren in der Überzeugung gedenkt, den alliierten Sieg über Nazideutschland als den großen gemeinsamen „Erinnerungsort“ seiner jüngeren Geschichte zu betrachten. Die letzten Vertreter der Kriegsgeneration sterben aus und …

Gesucht: zukunftsweisende Konzepte für Russland und Europa

Von Fjodor Lukjanow

Wird er gehen? Ein Hoffnungsschimmer erhellte zu Beginn dieses Jahres im Westen die finsteren Gesichter mancher Beobachter der politischen Entwicklung in Russland. In einer Rede vor der Föderationsversammlung gab Wladimir Putin im Januar eine Reihe von Verfassungsänderungen bekannt, die sie …

Putin hat Russland dem Westen entfremdet

Von Katja Gloger

Natürlich ist Russland nicht Putin. Dieses weite Land umfasst so viel mehr als ihn. Und doch: Putin ist Russland. Wie kaum ein anderer personifiziert er Erfahrungen und Sehnsüchte dieser postsowjetischen Gesellschaft; wie kaum einem anderen gelang es ihm, in den …