Sonntag, 05. Dezember, 2021
Politik & Wirtschaft

Schwieriges Verständnis

Von Pavel Aprelev

Erstes Präsenztreffen des Vorstands des Petersburger Dialogs seit Beginn der Pandemie

Im vergangenen Jahr hatten das Gesprächsforum „Petersburger Dialog“ und seine Arbeitsgruppen ihre Kontakte ins Internet verlegt, wo Konferenzen, persönliche Treffen und Beratungen stattfanden sowie die neuen Ausgaben der Zeitung des Forums vorbereitet wurden.

Nun endlich ergab sich die Möglichkeit eines Treffens von Angesicht zu Angesicht. Größere Delegationen können noch nicht an den Treffen teilnehmen, denn die Hygienebestimmungen in Berlin …

Respektvoll sich gegenseitig die Wahrheit sagen

Von Anastasya Manuilova

Von Angesicht zu Angesicht: „Potsdamer Begegnungen“ in angespannter Atmosphäre

Obwohl Berlin immer noch für Ausländer gesperrt war, fanden die deutsch-russischen „Potsdamer Begegnungen“ zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder als Präsenzveranstaltung statt. Doch für die Spannung bei diesen „Begegnungen“ war weniger die Pandemie als vielmehr der Vertrauensverlust in den Beziehungen zwischen Deutschland und Russland verantwortlich.

In der Tat hat dieses Treffen von Politikern, Vertretern der Wirtschaft und Politikwissenschaftlern in den …

Wer befreite Auschwitz wirklich?

Von Félix Krawatzek

Eine deutsch-russische Studie offenbart ein unterschiedliches Geschichtsbewusstsein in Russland und Deutschland

Teil der gegenwärtigen politischen Entfremdung zwischen Deutschland und Russland ist auch, dass sich der jeweilige Blick auf die Bruchstellen der konflikthaften Geschichte des 20. Jahrhunderts grundlegend unterscheidet. Wie ein Land auf seine eigene Geschichte blickt, ist wichtig, um sein Selbstverständnis zu verstehen – wie es sich zu der Geschichte anderer Länder verhält, verrät einiges über die Beziehungen zwischen ebendiesen …

Lebendige Erinnerung

Von Yana Rozhdestvenskaya

„Was geschah vor 80 Jahren?“ – über die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Ein Gespräch des Deutsch-Russischen Forums

An der Diskussion am 12. Mai nahmen Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, Oleg Budnitsky, Direktor des Internationalen Zentrums für Geschichte und Soziologie des Zweiten Weltkriegs und seiner Folgen, Jörg Echternkamp, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Halle-Wittenberg, und Alexej Gromyko, Direktor des Europa-Instituts der Russischen …

Russlands neuer Ministerpräsident vor einem Gang über ein Minenfeld

Russlands neuer Ministerpräsident vor einem Gang über ein Minenfeld
Von Viktor Loschak

Seinen Namen erfuhren 86 Prozent der von Soziologen befragen Russen erst, als Michail Mischustin zweiter Mann im Staat geworden war. Inzwischen kennen sie sein schönes Lächeln und das willensstarke Gesicht eines Menschen mit Charakter. Aber in der Regierung gibt es so viele Neulinge, dass das Land noch einige Zeit zu tun hat, sich mit seiner neuen Führung bekannt zu machen.

Mischutin kehrte vor zehn Jahren in den Staatsdienst, nachdem er …

Der Westen hat in Syrien versagt

Der Westen hat in Syrien versagt
Von Kristin Helberg

Nach fast neun Jahren ist der Konflikt in und um Syrien nicht gelöst, aber entschieden. Gewonnen haben das syrische Regime, Russland, Iran und ein bisschen auch die Türkei. Sie wussten, was sie wollten, waren bereit, alles dafür zu tun und passten die eigenen Strategien pragmatisch der Kriegsdynamik an. Verloren haben die USA und Europa, die den Wunsch vieler Syrer nach einem Leben in Freiheit und Würde halbherzig und planlos unterstützten.…

Krieg der Erinnerungen

Krieg der Erinnerungen
Von Johann Michael Möller

Es könnte das letzte Mal sein, dass Europa des Kriegsendes vor 75 Jahren in der Überzeugung gedenkt, den alliierten Sieg über Nazideutschland als den großen gemeinsamen „Erinnerungsort“ seiner jüngeren Geschichte zu betrachten. Die letzten Vertreter der Kriegsgeneration sterben aus und ihre Zeitzeugenschaft muss dem Deutungswettbewerb der Nachgeborenen weichen. Aus der Erinnerung an den Krieg ist längst, wie es die junge russische Historikerin Ekaterina Makhotina formuliert hat, ein „Krieg der Erinnerungen“ …

Gesucht: zukunftsweisende Konzepte für Russland und Europa

Von Fjodor Lukjanow

Wird er gehen? Ein Hoffnungsschimmer erhellte zu Beginn dieses Jahres im Westen die finsteren Gesichter mancher Beobachter der politischen Entwicklung in Russland. In einer Rede vor der Föderationsversammlung gab Wladimir Putin im Januar eine Reihe von Verfassungsänderungen bekannt, die sie als Beginn des Machtwechsels deuteten.

Aber er geht nicht. Er bleibt für immer. Als ihnen das klar wurde, wich die Vorfreude auf langersehnte Veränderungen dem Gefühl verzagter Hoffnungslosigkeit.

In den …

Putin hat Russland dem Westen entfremdet

Von Katja Gloger

Natürlich ist Russland nicht Putin. Dieses weite Land umfasst so viel mehr als ihn. Und doch: Putin ist Russland. Wie kaum ein anderer personifiziert er Erfahrungen und Sehnsüchte dieser postsowjetischen Gesellschaft; wie kaum einem anderen gelang es ihm, in den nunmehr 20 Jahren seiner Regentschaft diesem Land und seinen Menschen den Stempel seiner Macht aufzudrücken. Als ob sich die so absurd klingende Prognose seines ehemaligen Stabchefs Wjatscheslaw Wolodin erfüllen würde: …

Die CDU auf der Suche nach ihrer Zukunft

Die CDU auf der Suche nach ihrer Zukunft
Von Peter Koepf

Die Sorgen um Deutschland, die auch die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz umtrieben, hat der Kommentator der Süddeutschen Zeitung, Stefan Kornelius, so zusammengefasst: „Wird der Anker Europas, der Leuchtturm der Freiheit, der Retter des Westens jetzt zu einem neuen Trumpistan?“

Andere orakeln über baldige Weimarer Verhältnisse, warnen vor einer weiteren Zersplitterung des Parteiensystems wie zwischen 1919 und 1933, was damals immer neue Koalitionen erzwang und zu schnellen Brüchen dieser Regierungsbündnisse führte …