Sonntag, 05. Dezember, 2021
Politik & Wirtschaft

‚Wir brauchen eine neue Ostpolitik‘

Von Matthias Platzeck

Russland ist wieder zum Feindbild geworden, schreibt Matthias Platzeck mit Bedauern in seinem Mitte März erscheinenden Buch. Er sieht „Russland als Partner“ und weist Wege aus der Perspektivlosigkeit. Ein Vorabdruck

 

Es ist an der Zeit, sich in Europa und besonders in Deutschland von Neuem darauf zu besinnen, dass man mit Russland reden muss – und zwar ernst gemeint, nicht nur um „im Gespräch zu bleiben“. Den ungeliebten Herrn im …

Ukraine: Neue Ansätze für einen alten Konflikt

Von Vladimir Soloviev

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen bisher für die politischen Beziehungen zur Ukraine und zur international nicht anerkannten Republik Donbass zuständigen Berater abberufen. An die Stelle von Wladislaw Surkow, der fast sieben Jahre lang diese Themen betreute, tritt jetzt Dmitri Kosak. Der Weggang des Hardliners Surkow wurde in Kiew mit Enthusiasmus begrüßt, man schließt daraus, dass Moskau seine Haltung in Bezug auf den Donbass mildern könnte.

Schon seit dem Sommer …

Die lange Geschichte von Nord Stream

Von André Wolf

Das Projekt schien schon so gut wie abgeschlossen: nur 160 der insgesamt 1230 Kilometer Leitungen waren noch unvollendet, als die USA im Dezember mit ihren Sanktionen einen Baustopp der Erdgaspipeline Nord Stream 2 erzwangen. Seitdem ruhen die Arbeiten.

Die Leitung auf dem Grund der Ostsee soll Erdgas von den gigantischen Gasfeldern der arktischen Jamal-Halbinsel bis an die deutsche Küste bei Greifswald transportieren, wo es in die europäischen Netze eingespeist wird. …

Visavergabe erleichtern

Visavergabe erleichtern
Von PD

Seit Jahren wird darüber gesprochen, die Visapflicht zwischen Deutschland und Russland für Personen unter 25 Jahren mittelfristig abzuschaffen. Damit sollen junge Menschen bessere Gelegenheiten für Begegnungen und gegenseitige Verständigung gewonnen werden.

Die Außenminister Russlands und Deutschlands haben bisher nicht auf den Vorstoß der Koordinatoren der Arbeitsgruppe Zivilgesellschaft des „Petersburger Dialogs“, Dirk Wiese und Michail Fedotow, reagiert. Das Forum wartet noch immer auf die Antwort der Ministerien auf das Memorandum und …

Kriegsende in Deutschland: Angst vor Vergeltung und Suche nach Zukunft

Von Svenja Goltermann

Es gibt Zeiten, in denen es so scheint, als wäre man vor Jahrzehnten schon einmal weiter gewesen. Deutschland, das in diesem Jahr auf das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren zurückblickt, macht einen solchen Eindruck. Geschichtsrevisionistische Äußerungen, die den Nationalsozialismus und seine Verbrechen herunterspielen, sind in jüngster Zeit nicht nur beschämend laut geworden; sie werden von prominenten Vertretern der Neuen Rechten auch gezielt eingesetzt, um die demokratische und liberale …

Das Kriegsende aus ukrainischer Sicht

Von Tanja Penter

Die Faschisten erleben ihre letzten Stunden. Unsere Herzen sind freudig erregt. Die unsrigen sind nah. Wir warten ungeduldig auf sie, die Befreier“, notierte der ukrainische Wissenschaftler Michail Usyk, der die deutsche Besatzungsherrschaft in der ostukrainischen Stadt Charkow erlebte, während der Befreiung der Stadt durch die Rote Armee in sein Tagebuch.

„Aber wie werden sie unseren, zumeist erzwungenen Dienst für die Deutschen bewerten?“, fragte er in freudiger, aber auch angstvoller Erwartung. …

Die bitteren Erinnerungen sowjetischer Zwangsarbeiter

Von Klaus Grimberg

Wir haben jeden Tag zwölf Stunden gearbeitet“, erinnert sich Larissa Schwydtschenko. „Wenn du Nachtschicht hattest, dann bist du zurück und sofort umgefallen. Sie haben gerufen: ‚Es gibt Essen, steh auf!‘, aber du hast einfach die Augen nicht aufbekommen.“ Und Pawel Michailow berichtet: „Wir waren nur noch Haut und Knochen, keine Menschen mehr, sondern Mumien. Keine Ahnung, wie wir uns auf den Beinen halten konnten. Uns hat nur gerettet, dass wir …

Go east: Desertierte Nato-Soldaten in die DDR

Von Peter Koepf

Es ist der 1. Dezember 1953, Wolken hängen träge am Himmel, das Thermometer misst 12 Grad, die Himbeeren blühen und die Bienen schwärmen aus, als der französische Soldat Simon Le Roy in der Westberliner Bülowstraße in die U-Bahn ein- und im Ostberliner Bezirk Friedrichsfelde aussteigt. Er strebt über die Treskowallee der sowjetischen Kommandantur entgegen, tritt zielstrebig ein und bittet um Asyl und Arbeit in der DDR. So steht es in …

Sport und Propaganda: Die Olympischen Spiele von 1936

Von Leonid Mletschin

Adolf Hitler trieb keinen Sport, er ging nicht einmal schwimmen, wenn er am Wasser war. Er genierte sich für seinen Körper und wollte sich nicht entkleiden, weil er Angst hatte, sich lächerlich zu machen. Aber Sport war politisch wichtig.

Das Kürzel SA stand ursprünglich nicht für „Sturmabteilung“, sondern für „Sportabteilung“. Hitler interessierte sich allerdings nicht sehr für Gymnastik. Aber er glaubte, körperliche Ertüchtigung könne in den Deutschen ein Gefühl der …

Russen wünschen sich den Westen als Partner

Russen wünschen sich den Westen als Partner
Von loewe

Eine deutliche Mehrheit der Russen befürwortet eine Partnerschaft Russlands mit dem Westen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Levada-Zentrums in 137 Orten in 50 Regionen Russlands.

Russland solle sich gegenüber dem Westen in erster Linie wie ein Partner (67 Prozent) oder sogar wie ein Freund verhalten (11 Prozent). Lediglich 16 Prozent erkennen im Westen einen Gegner Russlands. Das Verhältnis zur EU hielten im Januar 49 Prozent für gut, zwei …