Samstag, 04. Juli, 2020

Russlands neuer Ministerpräsident vor einem Gang über ein Minenfeld

Von Viktor Loschak

Seinen Namen erfuhren 86 Prozent der von Soziologen befragen Russen erst, als Michail Mischustin zweiter Mann im Staat geworden war. Inzwischen kennen sie sein schönes Lächeln und das willensstarke Gesicht eines Menschen mit Charakter. Aber in der Regierung gibt es so viele Neulinge, dass das Land noch einige Zeit zu tun hat, sich mit seiner neuen Führung bekannt zu machen.

Mischutin kehrte vor zehn Jahren in den Staatsdienst, nachdem er zwischenzeitlich Gesellschafter eines privaten Investmentunternehmens gewesen war, weshalb es seiner Familie seit langem sehr gut geht: Viel Geld, große Häuser an der berühmten Rubljowka, seine Söhne und nahen Verwandten sind wohlhabend.

Um möglichen Gerüchten über die Provenienz des Vermögens des neuen Premiers zu begegnen, gab die Geschäftsführerin der Investmentgesellschaft UFG …

Der Westen hat in Syrien versagt

Der Westen hat in Syrien versagt
Von Kristin Helberg

Nach fast neun Jahren ist der Konflikt in und um Syrien nicht gelöst, aber entschieden. Gewonnen haben das syrische Regime, Russland, Iran und ein bisschen auch die Türkei. Sie wussten, was sie wollten, waren bereit, alles dafür zu tun und …

Krieg der Erinnerungen

Krieg der Erinnerungen
Von Johann Michael Möller

Es könnte das letzte Mal sein, dass Europa des Kriegsendes vor 75 Jahren in der Überzeugung gedenkt, den alliierten Sieg über Nazideutschland als den großen gemeinsamen „Erinnerungsort“ seiner jüngeren Geschichte zu betrachten. Die letzten Vertreter der Kriegsgeneration sterben aus und …

Gesucht: zukunftsweisende Konzepte für Russland und Europa

Von Fjodor Lukjanow

Wird er gehen? Ein Hoffnungsschimmer erhellte zu Beginn dieses Jahres im Westen die finsteren Gesichter mancher Beobachter der politischen Entwicklung in Russland. In einer Rede vor der Föderationsversammlung gab Wladimir Putin im Januar eine Reihe von Verfassungsänderungen bekannt, die sie …

Putin hat Russland dem Westen entfremdet

Von Katja Gloger

Natürlich ist Russland nicht Putin. Dieses weite Land umfasst so viel mehr als ihn. Und doch: Putin ist Russland. Wie kaum ein anderer personifiziert er Erfahrungen und Sehnsüchte dieser postsowjetischen Gesellschaft; wie kaum einem anderen gelang es ihm, in den …

Die CDU auf der Suche nach ihrer Zukunft

Die CDU auf der Suche nach ihrer Zukunft
Von Peter Koepf

Die Sorgen um Deutschland, die auch die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz umtrieben, hat der Kommentator der Süddeutschen Zeitung, Stefan Kornelius, so zusammengefasst: „Wird der Anker Europas, der Leuchtturm der Freiheit, der Retter des Westens jetzt zu einem neuen Trumpistan?“

Andere …

‚Wir brauchen eine neue Ostpolitik‘

Von Matthias Platzeck

Russland ist wieder zum Feindbild geworden, schreibt Matthias Platzeck mit Bedauern in seinem Mitte März erscheinenden Buch. Er sieht „Russland als Partner“ und weist Wege aus der Perspektivlosigkeit. Ein Vorabdruck

 

Es ist an der Zeit, sich in Europa und …

Ukraine: Neue Ansätze für einen alten Konflikt

Von Vladimir Soloviev

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen bisher für die politischen Beziehungen zur Ukraine und zur international nicht anerkannten Republik Donbass zuständigen Berater abberufen. An die Stelle von Wladislaw Surkow, der fast sieben Jahre lang diese Themen betreute, tritt jetzt Dmitri …

Die lange Geschichte von Nord Stream

Von André Wolf

Das Projekt schien schon so gut wie abgeschlossen: nur 160 der insgesamt 1230 Kilometer Leitungen waren noch unvollendet, als die USA im Dezember mit ihren Sanktionen einen Baustopp der Erdgaspipeline Nord Stream 2 erzwangen. Seitdem ruhen die Arbeiten.

Die Leitung …

Visavergabe erleichtern

Visavergabe erleichtern
Von PD

Seit Jahren wird darüber gesprochen, die Visapflicht zwischen Deutschland und Russland für Personen unter 25 Jahren mittelfristig abzuschaffen. Damit sollen junge Menschen bessere Gelegenheiten für Begegnungen und gegenseitige Verständigung gewonnen werden.

Die Außenminister Russlands und Deutschlands haben bisher nicht auf …

Kriegsende in Deutschland: Angst vor Vergeltung und Suche nach Zukunft

Von Svenja Goltermann

Es gibt Zeiten, in denen es so scheint, als wäre man vor Jahrzehnten schon einmal weiter gewesen. Deutschland, das in diesem Jahr auf das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren zurückblickt, macht einen solchen Eindruck. Geschichtsrevisionistische Äußerungen, die den …

Das Kriegsende aus ukrainischer Sicht

Von Tanja Penter

Die Faschisten erleben ihre letzten Stunden. Unsere Herzen sind freudig erregt. Die unsrigen sind nah. Wir warten ungeduldig auf sie, die Befreier“, notierte der ukrainische Wissenschaftler Michail Usyk, der die deutsche Besatzungsherrschaft in der ostukrainischen Stadt Charkow erlebte, während der …

Die bitteren Erinnerungen sowjetischer Zwangsarbeiter

Von Klaus Grimberg

Wir haben jeden Tag zwölf Stunden gearbeitet“, erinnert sich Larissa Schwydtschenko. „Wenn du Nachtschicht hattest, dann bist du zurück und sofort umgefallen. Sie haben gerufen: ‚Es gibt Essen, steh auf!‘, aber du hast einfach die Augen nicht aufbekommen.“ Und Pawel …

Go east: Desertierte Nato-Soldaten in die DDR

Von Peter Koepf

Es ist der 1. Dezember 1953, Wolken hängen träge am Himmel, das Thermometer misst 12 Grad, die Himbeeren blühen und die Bienen schwärmen aus, als der französische Soldat Simon Le Roy in der Westberliner Bülowstraße in die U-Bahn ein- und …

Sport und Propaganda: Die Olympischen Spiele von 1936

Von Leonid Mletschin

Adolf Hitler trieb keinen Sport, er ging nicht einmal schwimmen, wenn er am Wasser war. Er genierte sich für seinen Körper und wollte sich nicht entkleiden, weil er Angst hatte, sich lächerlich zu machen. Aber Sport war politisch wichtig.

Das …